Ein Jahresrückblick

Es ist so seltsam ruhig heute. Es ist ein Montag „Vor den Feiertagen“. Viele haben schon Urlaub, und diejenigen die keinen haben, erledigen das Nötigste. So sitze auch ich hier in meinem kleinen Büro, das ich gestern einmal komplett „auf links“ gedreht habe. So, wie ich das Büro „auf links“ gedreht habe, so war auch das vergangene Jahr. Wenn ich mich um ein Jahr zurück versetze, sehe ich mich im Dezember voller Tatendrang und Erwartung, im Januar endlich gemeinsam mit meiner Eule in das Abenteuer Selbstständigkeit zu starten. Es gab so viel vorzubereiten!

Geschäftsgründung, Finanzamt, Existenzgründung, Geschäftsausstattung, Akquise….und dann kam der erste Januar, und ich wartete auf so etwas wie einen Startschuss. Tatsächlich war es nicht so. Es lief langsam und gemächlich an, genau richtig für mich, um mich einzufinden. Dafür bin ich sehr dankbar. Dann im Februar und März kamen viele neue Abenteuer, Projekte und Menschen. Vor allem Menschen. Ich hatte so viele wunderbare Begegnungen im vergangenen Jahr!

Mein Weihnachtsspruch für dieses Jahr ist folgender:

Das, worauf es ankommt, können wir nicht vorausberechnen.

Die schönste Freude erlebt man immer da, wo man sie am wenigsten erwartet.

Antoine de Saint-Exupéry

Und er stimmt so 100%ig! Wer erwartet schon Freude bei der Arbeit? Ich kann sagen, die „Eule schlüpfen zu lassen“, war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens. So viel Wertschätzung, Anerkennung und Zufriedenheit, wie ich in 2019 erfahren habe, ist mir bisher noch nie begegnet.

Sicherlich war nicht alles immer nur rosig, es gab auch graue Fleckchen, aber sehr selten.

Positiv zu berichten ist sicher über die Aktion „Gute Geschäfte Heinsberg“, bei der ich zuerst skeptisch war, ob ich dort überhaupt „hingehöre“. Diesen Zahn hat man mir schnell gezogen. Es war eine bereichernde Veranstaltung mit diesem ganz speziellen Spirit, der sich bis heute gehalten hat und aus dem viele liebe Kontakte entstanden sind.

Das Jahr hielt viele unterschiedliche Aufgaben für mich bereit, wobei sich das Grafik Design, das Web-Design, Social Media und die Malerei wunderbar die Waage hielten.

Im März startete ich zum ersten Mal mit meinem Workshop „Social Media – Gesicht zeigen. Menschen erreichen, berühren und binden“. Das war für mich ein großes Abenteuer, hatte ich doch seit 15 Jahren nicht mehr vor Menschen gesprochen. Nach diesem doch etwas holprigen Start habe ich den Workshop noch diverse Male gegeben und nun „fluppte“ auch das Sprechen vor mehreren, fremden Menschen wieder gut und im Sommer während des „Urlaubes“ habe ich mich selbst im Bereich Social Media weitergebildet, um meinen Kunden das Beste bieten zu können.

Weitergebildet habe ich mich auch in den Bereichen Illustration, Aquarell- und Acrymalerei und Card-Design. Dafür räume ich immer ein kleines Zeitfenster ein. Abends, nach dem Abendessen sitze ich meistens an meinem Zeichentisch und erprobe neue und alte Techniken.

Viele, viele personalisierte Glückwunschkarten und auch Bilder durfte ich malen! Was für eine Freude. Die ein oder andere Träne und Umarmung des Bestellers hat mich zutiefst berührt. Ein großes Aquarellprojekt kam noch im Oktober dazu: ein Porträt und verschiedene Architekturbilder für eine Einladung zur Abschiedsfeier in den Ruhestand. Und weil dem Kunden die Bilder so gut gefielen, durfte ich den gesamten Text der Einladung auch noch kalligrafieren. Das sind die Aufträge, die ich so gern mag, steckt doch so viel mehr dahinter als „Werbung zu machen“.

Meine Arbeit strahlt natürlich auch in den privaten Bereich. So durfte ich den 70. Geburtstag meiner Schwiegermutter vor 2 Wochen komplett begleiten und von der Einladung bis hin zur Tischdekoration, den Vorträgen aus den Reihen unserer Familie und der Fotodokumentation mit einem Fotobuch alles erstellen. Auch dies macht mir eine Menge Spaß und gehört zu meinem Portfolio, was vielleicht einige noch nicht wissen.

Besonders freut es mich, dass ich nun in der Eifel einigen lieben Menschen begegnet bin, mit denen ich nun arbeiten durfte und darf. Die Eifel ist für mich ebenso wie Zeeland ein zweites Zuhause. Dort habe ich mindestens zweimal im Jahr mit meinen Eltern Urlaub gemacht und bin als Kind schon voll integriert worden, da wir immer zum gleichen Ort fuhren.

Ich bin ein Dorfkind, und ich bin ein Eifelkind. Dazu stehe ich!

Privat gab es im letzten Jahr auch einige „Auf und Abs“. Meine Söhne und mein Mann sind einfach wunderbar! Unsere Hunde Anton und Aimée sind beide fit, auch unsere doch schon betagte Friesenstute Luna hatte zum Glück keine ernsthaften Erkrankungen. Meine 91jährige Mutter hat gesundheitlich einige Probleme und dies besorgt mich immer zutiefst und erfordert meine ganze Aufmerksamkeit. Und auch dies war ja ein Grund, „die Eule aus dem Nest zu holen“. Wenn mit meiner Mutter etwas ist, muss ich da sein, und zwar sofort. Durch die Selbstständigkeit bin ich zeitlich etwas flexibler und kann meistens schnell reagieren. Die Arbeit wird dann nachgeholt. Alle meine Kunden haben dafür Verständnis und akzeptieren diese Tatsache. Hierfür von Herzen meinen Dank an euch!

Unsere Auszeiten auf Zeeland waren allesamt verschieden, aber auch wunderschön und lassen uns immer wieder auftanken, denn auch mein Mann hat einen sehr anstrengenden Alltag in der Autoklinik. Für die Autoklinik werde ich im nächsten Jahr einige große Projekte angehen und darauf freue ich mich sehr.

Überhaupt sehe ich mit Freude den nächsten Wochen entgegen. Es warten schon schöne neue Aufgaben auf mich!

Danke von Herzen für die Freude, die ihr mir in diesem Jahr auf so viele Weise bereitet habt.

Ein frohes Weihnachtsfest mit allem, was euch gut tut und nur die besten Wünsche für 2020.

Eure Anja und die Eule